Wann ist Amazon-Werbung profitabel?
ACoS, ROAS, TACoS und TROAS einordnen.
Eure Kampagnen verkaufen. Aber bleibt nach Werbung, Ware und Amazon-Gebühren genug übrig? Dieser Leitfaden hilft Markenherstellern, Werbekennzahlen mit der eigenen Kostenbasis zu verbinden. Ihr erfahrt, wie ihr ACoS, ROAS, TACoS und TROAS gemeinsam nutzt, Top-of-Search und Gebote bewertet und daraus Ziele ableitet. Mit KPI-Glossar und Checkliste für euer Konto.
Direkt zur ChecklisteFachbeitrag von sustainazn · Stand:
Für Markenhersteller mit eigenem Sortiment in Seller Central.
Wann rechnet sich Amazon-Werbung?
Amazon-Werbung trägt wirtschaftlich bei, wenn nach den Kosten der verkauften Produkte und den Werbeausgaben ausreichend Erlös übrig bleibt. Ein niedriger ACoS oder ein hoher ROAS allein beantwortet diese Frage nicht. Beide Kennzahlen beziehen sich auf zugeschriebenen Umsatz und enthalten eure Waren-, Betriebs- und Betreuungskosten nicht.
Unterscheidet deshalb zwei Fragen: Was bleibt an den betrachteten Verkäufen nach Werbung übrig? Und deckt der gesamte Amazon-Kanal auch seine übrigen Kosten? Eine Kampagne kann einen positiven Beitrag liefern, während das Gesamtergebnis noch negativ ist.
Was bedeuten ACoS und ROAS?
PPC steht für Pay-per-Click, also Werbung, die pro Klick abgerechnet wird. Für die Auswertung solcher Kampagnen beschreibt Amazon Ads ACoS und ROAS mit diesen Formeln:
- ACoS: Werbeausgaben ÷ zugeschriebener Umsatz × 100
- Der Advertising Cost of Sales zeigt den Anteil der Werbeausgaben am Umsatz, den Amazon den Anzeigen zuordnet.
- ROAS: zugeschriebener Umsatz ÷ Werbeausgaben
- Der Return on Ad Spend zeigt den zugeordneten Umsatz je eingesetztem Werbe-Euro. Er ist ein Umsatzverhältnis, keine Gewinnmarge.
Bei identischer Datenbasis beschreiben beide dasselbe Verhältnis aus zwei Perspektiven. Fehlen Umsätze oder Werbeausgaben, lässt sich die jeweilige Formel mit einem Nenner von null nicht sinnvoll berechnen. Ein leeres Feld im Bericht ist kein Beleg für kostenlose Verkäufe.
Für Entscheidungen über das gesamte Sortiment braucht ihr zusätzlich die Gesamtumsatzsicht. Dafür verwenden wir TACoS und TROAS.
Was zeigen TACoS und TROAS über euren Amazon-Kanal?
TACoS setzt eure Werbeausgaben ins Verhältnis zum gesamten Amazon-Umsatz des betrachteten Sortiments. Der Gesamtumsatz enthält bereits die Verkäufe, die Werbung zugeordnet wurden. Addiert den Ads-Umsatz deshalb nicht noch einmal hinzu. Auch Amazon beschreibt TACoS als Werbeausgabenanteil am Gesamtumsatz.
- TACoS: gesamte Werbeausgaben ÷ gesamter Amazon-Umsatz × 100
- Total Advertising Cost of Sales zeigt, welcher Anteil des Kanalumsatzes für Werbung eingesetzt wird. Nutzt dieselbe Produktabgrenzung, denselben Marktplatz, Zeitraum und eine festgelegte Umsatzbasis.
- TROAS: gesamter Amazon-Umsatz ÷ gesamte Werbeausgaben
- TROAS steht in diesem Beitrag für Total Return on Ad Spend: Gesamtumsatz je Werbe-Euro. Gemeint ist nicht Target ROAS, also ein Zielwert für den ROAS einer Kampagne. Der Gesamtumsatz im Zähler ist kein vollständig durch Werbung verursachter Umsatz.
Bei derselben Datenbasis gilt: TROAS = 100 ÷ TACoS in Prozent. Entsprechend gilt ROAS = 100 ÷ ACoS in Prozent. Das sind jeweils zwei Darstellungen desselben Verhältnisses, keine vier unabhängigen Erfolgssignale. Bei einem Nenner von null bleibt die betreffende Kennzahl nicht berechenbar.
Ein steigender TACoS kann bedeuten, dass Ausgaben schneller wachsen als Umsatz. Er kann aber auch durch sinkenden Gesamtumsatz entstehen. Ein sinkender TACoS beweist umgekehrt weder Gewinnwachstum noch zusätzliche organische Verkäufe durch Werbung. Prüft immer die absoluten Ausgaben, den Gesamtumsatz und den verbleibenden Ergebnisbeitrag daneben.
Für die Steuerung bedeutet das: ACoS und ROAS helfen bei Kampagnen und Suchbegriffen; TACoS und TROAS ergänzen die Sicht auf Marke oder Produktgruppe. Eine günstige Gesamtquote ist kein Freibrief für unwirtschaftliche Kampagnen. Umgekehrt kann ein begrenzter Test für neue Nachfrage sinnvoll sein, wenn Budget, Lernziel und Verlustgrenze vorab feststehen.
Welcher ACoS ist für eure Marke gut?
Eine pauschale Zielquote für alle Marken passt nicht. Entscheidend ist, wie viel vom jeweiligen Verkauf vor Werbung übrig bleibt. Ein hochpreisiges Gesichtsöl kann durch Wareneinsatz, Verpackung und Retouren einen anderen Spielraum haben als ein Nachfüllprodukt derselben Marke.
Verbleibender Betrag vor Werbung
Nettoerlös nach Rabatten und Erstattungen abzüglich Wareneinsatz, Amazon-Gebühren und weiterer zugeordneter variabler Kosten.
Rechnerische ACoS-Grenze
Verbleibender Betrag vor Werbung ÷ zugehörige Umsatzbasis des Ads-Berichts × 100.
Diese Grenze verbraucht den gesamten verbleibenden Betrag für Werbung. Sie lässt damit noch keinen Beitrag für nicht berücksichtigte Fixkosten oder Gewinn übrig. Euer Ziel muss entsprechend darunter liegen. Ist der verbleibende Betrag bereits negativ, löst mehr Werbebudget das Kostenproblem nicht.
Die Rechnung ist nur vergleichbar, wenn Kosten und Umsatz dieselben Verkäufe betreffen und die Umsatzbasis zum Ads-Bericht passt. Eine Marge aus dem Listenpreis lässt sich nicht ungeprüft mit dem ACoS vergleichen. Bei unterschiedlichen gekauften Produkten braucht ihr deren tatsächlichen Mix und Kosten. Ohne diese Zuordnung bleibt die Grenze eine Planungsannahme.
Amazon erläutert den Zusammenhang zwischen Marge und Break-even-ACoS. Die obige Prüfrechnung macht die benötigte Datenabgrenzung ausdrücklich sichtbar. Für das gesamte Amazon-Ergebnis kommen zusätzlich die noch nicht zugeordneten Kosten hinzu, darunter gegebenenfalls die Kosten der Betreuung.
Warum passen Werbebericht und Umsatzbericht nicht immer zusammen?
Attribution bedeutet die Zuordnung eines Kaufs zu einem vorherigen Werbekontakt. Amazon nennt für Sponsored Products von Sellern ein Fenster von sieben Tagen nach dem Klick. Der Kampagnenbericht ordnet Verkäufe dem Tag der Anzeigeninteraktion zu. Andere Anzeigenarten und Kontotypen können abweichen. Prüft deshalb den konkreten Bericht. Quelle: Amazon Ads zur Attribution.
Frische Tage sind noch unvollständig. Zudem können weitere Produkte als das beworbene gekauft und zugeordnet werden. Amazon weist außerdem auf Unterschiede bei Steuern, Warenkorbrabatten und Stornierungen hin. Ein zugeordneter Verkauf belegt für sich genommen nicht, dass er ohne die Anzeige ausgeblieben wäre.
- Gleichen Umfang festlegen. Marktplatz, Zeitraum, Währung, Produkte und verwendete Berichtsspalten notieren. Eine Kampagne für das gesamte Sortiment nicht mit den Kosten eines einzelnen Artikels bewerten.
- Kosten vervollständigen. Einkauf beziehungsweise Herstellung, Gebühren, Versand und Logistik sowie Retouren berücksichtigen. Bereits im Erlös abgezogene Erstattungen nicht nochmals abziehen. Gebühren lassen sich anhand der Amazon-Preisübersicht und des dort verlinkten Einnahmenrechners prüfen; für die Auswertung zählen die tatsächlich angefallenen Beträge.
- Vorläufige Zahlen kenntlich machen. Zuordnungsfenster und Datenstand dokumentieren. Eine noch nicht abgeschlossene Periode nicht als endgültigen Effizienzeinbruch behandeln.
- Quoten aus Summen berechnen. Für den gemeinsamen ACoS addiert ihr Ausgaben und zugeordnete Umsätze und bildet daraus die Quote. Mittelt nicht die Prozentwerte einzelner Kampagnen. Für TACoS und TROAS nutzt ihr den abgegrenzten Gesamtumsatz und alle vereinbarten Werbeausgaben, nicht nur eine ausgewählte Anzeigenart.
Wie steuert ihr Top-of-Search und Gebotsmultiplikatoren?
Top-of-Search bezeichnet bei Sponsored Products die oberen Anzeigenplätze auf der ersten Suchergebnisseite. Weitere Platzierungen sind Rest of Search, die übrigen Suchplätze, und Product Pages, die Produktseiten. Prüft deren Klickkosten, Kaufquoten und ACoS getrennt im Platzierungsbericht. Ein guter Kampagnendurchschnitt kann eine teure Platzierung verdecken.
Die Top-of-Search Impression Share misst den Anteil erhaltener oberer Suchplatz-Impressionen an denjenigen, für die eure Kampagne berechtigt war. Sie zeigt weder euren organischen Rang noch den Anteil an sämtlichen Suchanfragen. Quelle: Amazon zur Top-of-Search Impression Share. Mehr Sichtbarkeit an dieser Stelle ist nur dann ein sinnvolles Ziel, wenn die zusätzlichen Verkäufe und Kosten zu eurem Auftrag passen.
- Platzierungsaufschlag
- Ein Bid-Multiplier ist ein Gebotsmultiplikator. Bei Sponsored Products könnt ihr die Gebote für Top-of-Search, Rest of Search und Produktseiten gezielt erhöhen. Amazon dokumentiert dafür Aufschläge bis 900 Prozent. Das ist eine technische Obergrenze, keine Empfehlung. Quelle: Amazon zu Platzierungsaufschlägen.
- Zielgruppen- und Amazon-Business-Aufschläge
- Zielgruppenaufschläge erhöhen ein Gebot für passende Käufergruppen. Amazon-Business-Aufschläge betreffen entsprechende B2B-Platzierungen. Prüft die Verfügbarkeit im jeweiligen Konto sowie Warenkorb, Kosten und Käufe dieser Segmente, bevor ihr mehr bietet. Quelle: Amazon zu Gebotsanpassungen.
- Gebotsstrategie
- Bei festen Geboten entfällt die dynamische Anpassung, eingestellte Aufschläge können trotzdem wirken. „Nur senken“ reduziert Gebote bei geringer erwarteter Kaufwahrscheinlichkeit. „Erhöhen und senken“ kann sie auch anheben; Amazon nennt aktuell bis zu 100 Prozent Erhöhung für alle Platzierungen. Regelbasierte Gebote nutzen bei berechtigten Kampagnen einen ROAS-Zielwert. Dieser ersetzt keine eigene Ergebnisprüfung. Quelle: Amazon zu Sponsored-Products-Gebotsstrategien.
- Zeit- und Budgetregeln
- Zeitregeln verändern Gebote zu festgelegten Zeiten. Budgetregeln verändern dagegen das verfügbare Kampagnenbudget. Mehr Budget behebt keine zu teuren Klicks. Prüft Regeln vor Aktionen und nehmt befristete Anpassungen anschließend zurück. Quelle: Amazon zu Gebots- und Budgetregeln.
Basisgebot und Aufschläge gemeinsam betrachten
Basisgebot × (1 + Platzierungsaufschlag) × (1 + anwendbarer Zielgruppenaufschlag).
Die Aufschläge werden in dieser Formel als Dezimalzahlen eingesetzt. Sie wirken bei gemeinsam erfüllten Bedingungen aufeinander; zusätzlich kann die Gebotsstrategie eingreifen. Wo mehrere Zielgruppen wählbar sind, gilt laut Amazon nur deren höchster passender Aufschlag. Das Amazon-Rechenbeispiel zu kombinierten Anpassungen zeigt den Unterschied. Die Formel bildet nur diese Kombination ab. Prüft zusätzlich aktive Regeln und weitere im Konto verfügbare Aufschläge. Das resultierende Gebot ist nicht automatisch der tatsächlich gezahlte CPC.
Erhöht den Top-of-Search-Aufschlag deshalb erst, wenn dort ausreichend ausgereifte Daten einen wirtschaftlich tragbaren Spielraum zeigen. Verliert die Platzierung trotz guter Klickrate Geld, prüft Suchanfragen, Kaufquote, Warenkorb und Basisgebot. Ändert nicht gleichzeitig mehrere Stellgrößen, wenn ihr den Effekt einer einzelnen Anpassung beurteilen wollt.
Planungswert für einen tragbaren durchschnittlichen CPC
Kaufquote je Klick × zugeordneter Umsatz je Bestellung × Ziel-ACoS.
Setzt Kaufquote und Ziel-ACoS als Dezimalzahlen ein und verwendet dieselben klickbasierten Verkäufe und Zeiträume. Die Formel leitet sich aus den Kennzahlen ab. Sie beschreibt einen durchschnittlichen Klickkosten-Spielraum, kein garantiert sicheres Basisgebot. Wenn eine Gebotsänderung andere Platzierungen oder Käufer erreicht, können Kaufquote und Warenkorb mitwandern.
Wie legt ihr Ziele fest und überwacht ihre Entwicklung?
Beginnt beim wirtschaftlichen Ziel und übersetzt es in wenige zusammenhängende Kennzahlen. Legt je Produktgruppe fest, welchen Ergebnisbeitrag sie liefern soll, welches Budget freigegeben ist und welcher Prüfzeitraum zur Datenmenge passt. Ein ROAS-Ziel ohne Kostenbasis oder ein Top-of-Search-Ziel ohne Ausgabengrenze ist noch kein belastbarer Steuerungsplan.
- Profitabel verkaufen
- Leitgröße ist der verbleibende Betrag nach Werbung und den festgelegten Kosten. Daraus leitet ihr einen Ziel-ACoS beziehungsweise Mindest-ROAS ab. Prüft CPC und Kaufquote als Ursachen einer Abweichung. TACoS und TROAS zeigen ergänzend, ob die gesamte Werbelast zum Kanal passt.
- Neue Nachfrage erschließen
- Trennt allgemeine Suchbegriffe und neue Zielgruppen von Käufen nach eurer eigenen Marke. Beurteilt Käufe, Kosten und, wo verfügbar, New-to-Brand-Werte. Haltet Testbudget, angestrebten Erkenntnisgewinn und Abbruchbedingung fest. Ein erhoffter späterer Wiederkauf finanziert keinen heutigen Verlust.
- Relevante Sichtbarkeit ausbauen
- Nutzt Top-of-Search- oder Suchbegriff-Impressionsanteile nur für vorher festgelegte Suchanfragen und passende Produkte. Kombiniert sie mit Klickrate, Kaufquote und wirtschaftlicher Grenze. Ein höherer Anteil ohne passende Käufe ist zunächst ein Diagnosesignal.
- Das Gesamtbudget steuern
- Ein geplanter Gesamtumsatz mal Ziel-TACoS als Dezimalzahl ergibt einen rechnerischen Budgetrahmen. Prüft ihn gegen Deckungsbeitrag, Liquidität und Bestand. Die Umsatzannahme muss eigenständig begründet sein; ein höheres Budget garantiert nicht, dass sie eintritt. Derselbe Rahmen lässt sich als Gesamtumsatz geteilt durch Ziel-TROAS darstellen.
- Kurzfristig auf Risiken prüfen. Kontrolliert Ausgaben, Budgetende, Angebotssperren und Verfügbarkeit je nach Tempo des Kontos, bei laufenden Aktionen gegebenenfalls täglich. Reagiert auf ein erreichtes Ausgabenlimit sofort, ohne daraus schon ein endgültiges Urteil über die Kaufquote abzuleiten.
- Wöchentlich Ursachen vergleichen. Prüft ausgereifte Zeiträume auf Kampagnen-, Suchbegriffs- und Platzierungsebene. Lest Ausgaben, Klicks und Käufe neben den Quoten. Bei wenig Daten verlängert ihr den Zeitraum oder fasst fachlich vergleichbare Einheiten zusammen. Wenige Klicks rechtfertigen keine allgemeine Gewinner- oder Verliereraussage.
- Regelmäßig den Kanal abschließen. Stimmt Gesamtumsatz, alle Werbeausgaben, TACoS/TROAS und Ergebnisbeitrag mit der vollständigen Kostenbasis ab, etwa monatlich. Berücksichtigt Saison, Preisaktionen und Lieferlücken im Vergleich.
- Änderungen protokollieren. Notiert Hypothese, veränderte Einstellung, Datenstand, Budgetgrenze und nächsten Prüftermin. Führt eine Maßnahme fort, wenn ihr Ziel und Kostenrahmen nach ausgereifter Beobachtung zusammenpassen. Passt sie bei unklarem Befund an; beendet sie, wenn die vorher festgelegte Grenze überschritten ist.
Diese Prüffolge ist unsere redaktionelle Empfehlung, kein starres Amazon-Regelwerk. Zeitfenster richten sich nach Attributionsdauer, Ausgabenrisiko und Datenmenge. Wartet mit Produktseiten- oder Bestandsverbesserungen nicht auf einen perfekten Messdatensatz.
Vom Befund zur nächsten Entscheidung.
Die folgende Prüffolge verbindet Werbung mit dem laufenden Amazon-Betrieb. Sie ist eine Entscheidungshilfe, kein Ergebnisversprechen und keine automatische Gebotsregel.
- Der ACoS steigt.
- Prüft zuerst, ob die Daten vollständig sind. Vergleicht danach Suchbegriffe, Klickkosten und Käufe je Klick. Kontrolliert außerdem Preise, Produktseite und Verfügbarkeit, bevor ihr pauschal Gebote senkt.
- Der ACoS sinkt, aber es bleibt weniger übrig.
- Prüft Produktmix, Rabatte, Einkaufspreise, Gebühren und Retouren. Eine bessere Werbequote kann gleichzeitig mit einem schlechteren verbleibenden Betrag auftreten.
- Die Kampagne wirkt effizient, Kernartikel werden knapp.
- Stimmt die Budgetentscheidung mit Bestand und realistischem Nachschubtermin ab. Zusätzliche Nachfrage ist nur dann nutzbar, wenn die passenden Produkte verfügbar bleiben. Unser Leitfaden zur FBA-Nachschubplanung zeigt die nötigen Schritte und enthält eine freie Planungsvorlage.
- Der ACoS bleibt stabil, der TACoS steigt.
- Prüft, ob der Gesamtumsatz zurückgeht, andere Werbeformate mehr ausgeben oder Kosten und Umsätze unterschiedlich abgegrenzt sind. Senkt nicht automatisch jedes Gebot. Betrachtet Marken- und Nichtmarkensuche, Sortimentsmix und Verfügbarkeit getrennt.
- Top-of-Search wird sichtbarer, aber teurer.
- Vergleicht zusätzliche Ausgaben und Käufe dieser Platzierung. Wenn der CPC stärker steigt als der Wert der Käufe je Klick, prüft den Aufschlag und die wirtschaftliche Grenze. Eine hohe Impression Share ist kein Selbstzweck.
- Eine Kampagne soll neue Nachfrage erschließen.
- Trennt diese Zielsetzung von bestehenden Kaufanfragen nach eurer Marke. Legt Budgetgrenze, Prüfzeitpunkt und Erfolgskriterium vorab fest. Ein späterer Wiederkauf zählt erst als Beleg, wenn ihr ihn tatsächlich messen und zuordnen könnt.
Glossar: Welche Werbe-KPIs braucht ihr für die Steuerung?
KPIs sind Kennzahlen, mit denen ihr ein bestimmtes Ziel überprüft. Das Glossar konzentriert sich auf die laufende Steuerung von Sponsored Products und ergänzt relevante Marken-, Display- und Video-Kennzahlen. Nicht jedes Format stellt alle Werte bereit. Wählt eure Berichtsspalten und deren Zuordnung bewusst aus.
- ACoS und ROAS: Effizienz der zugeordneten Verkäufe
- ACoS = Werbeausgaben ÷ Ads-Umsatz × 100. ROAS = Ads-Umsatz ÷ Werbeausgaben. Nutzt sie für Kampagnen, Suchbegriffe und Platzierungen zusammen mit den jeweiligen Produktkosten. Definition und Grenzen.
- TACoS und TROAS: Werbeaufwand des gesamten Kanals
- TACoS = gesamte Werbeausgaben ÷ Gesamtumsatz × 100. TROAS = Gesamtumsatz ÷ gesamte Werbeausgaben. Lest sie mit absoluten Beträgen und Ergebnisbeitrag. Eine reine Quote beweist weder Wachstum noch zusätzliche Verkäufe durch Werbung. Gesamtumsatz richtig abgrenzen.
- Impressionen: ausgespielte Anzeigen
- Sie zählen Ausspielungen, nicht einzelne Menschen oder sichere Wahrnehmung. Wenn sie fehlen, prüft Berechtigung, Targeting, Budget und Gebote. Mehr Impressionen allein rechtfertigen keine höheren Ausgaben.
- Klicks und CTR: Interesse an der Anzeige
- Die Click-through Rate, also Klickrate, ist Klicks ÷ Impressionen × 100. Eine niedrige CTR ist ein Anlass, Suchabsicht, Hauptbild, Preis und Platzierung zu prüfen. Vergleicht ähnliche Ausspielungen; ein geänderter Mix kann die Gesamtquote verschieben.
- CPC: durchschnittliche Klickkosten
- Cost per Click = Ausgaben ÷ Klicks. Er unterscheidet sich vom eingestellten Gebot. Beurteilt höhere Klickkosten anhand der Kaufquote und des Werts der folgenden Bestellungen, nicht isoliert.
- Käufe und Einheiten: Bestellungen von Stückzahlen trennen
- Eine Bestellung kann mehrere Einheiten enthalten. Vermischt beide Größen nicht in Kaufquote oder Kosten je Bestellung. Bei Sets und Mehrfachpackungen ist die Unterscheidung besonders wichtig. Amazon definiert Käufe, Einheiten und Kaufquote separat.
- CVR beziehungsweise Purchase Rate: Käufe je Klick
- Für die hier betrachtete klickbasierte Werbung: zugeordnete Käufe ÷ Klicks × 100. Sinkt sie, prüft unter anderem Suchbegriffe, Preis, Produktinformationen und Verfügbarkeit. Sie ist nicht gleich der Einheitenquote je Sitzung aus den Verkaufsberichten. Klick- und sichtkontaktbasierte Zuordnung nicht vermischen.
- AOV: Umsatz je Bestellung
- Average Order Value = zugeordneter Umsatz ÷ zugeordnete Bestellungen. Ein anderer Warenkorb kann ACoS und ROAS verändern, obwohl CPC und Kaufquote gleich bleiben. Prüft Rabatte, Sets und den tatsächlich gekauften Produktmix.
- CPO beziehungsweise CPA: Kosten je definierter Aktion
- Cost per Order = Ausgaben ÷ zugeordnete Bestellungen. CPA bedeutet Kosten je Aktion; benennt deshalb immer die Aktion. Eine Bestellung ist kein eindeutiger Neukunde. Nutzt diese Werte mit dem verfügbaren Beitrag je Bestellung.
- Ads-Umsatz und Halo-Umsatz: welche Produkte gekauft wurden
- Ads-Umsatz ist der Werbung zugeschriebener Umsatz. Halo bezeichnet hier zugeordnete Käufe anderer als der beworbenen Artikel. Prüft deren Margen mit. In einem Gesamtwert bereits enthaltene Halo-Umsätze nicht erneut addieren. Quelle: Amazon-Bericht zu beworbenen Produkten.
- Gesamtumsatz und Deckungsbeitrag: der wirtschaftliche Rahmen
- Der Gesamtumsatz umfasst alle Verkäufe im vereinbarten Umfang, nicht nur zugeordnete Werbeverkäufe. Der Deckungsbeitrag ist der Erlös nach den festgelegten variablen Kosten. Dokumentiert, ob Werbung bereits abgezogen ist. Für das Gesamtergebnis kommen die übrigen Kosten hinzu.
- ROI: Gewinn statt Umsatz ins Verhältnis setzen
- Return on Investment setzt den zurechenbaren Gewinn ins Verhältnis zu den dafür eingesetzten Investitionskosten. Legt Kostenumfang und Zuordnung offen. Ein hoher ROAS ist kein hoher ROI, und ein zugeschriebener Kauf beweist noch keinen zusätzlich durch Werbung entstandenen Gewinn. Quelle: Amazon zur Unterscheidung von ROAS und ROI.
- Top-of-Search Impression Share: Anteil an berechtigten oberen Suchplätzen
- Eine niedrige Quote zeigt zunächst wenig gewonnene Ausspielung in diesem Bereich. Erst mit Platzierungs-CPC, Käufen und ACoS entsteht eine Gebotsentscheidung. Die Kennzahl misst keine organischen Rankings. Platzierungen und Gebote gemeinsam prüfen.
- Search Term Impression Share und Impression Rank
- Der Suchbegriff-Impressionsanteil zeigt euren kontoweiten Anteil an Sponsored-Products-Impressionen für eine Suchanfrage; der Rang ordnet diesen Anteil gegenüber anderen Werbetreibenden ein. Der Nenner unterscheidet sich von der Top-of-Search-Kennzahl. Nutzt ihn zur Auswahl relevanter Ausbauchancen. Quelle: Amazon zum Suchbegriff-Impressionsbericht.
- New-to-Brand: Käufe von für die Marke neuen Kunden
- Bei verfügbaren Markenkennzahlen prüft Amazon die Kaufhistorie der zurückliegenden zwölf Monate. „Neu“ bedeutet somit nicht zwingend erstmalig überhaupt. Lest Anzahl und Anteil solcher Bestellungen zusammen mit deren Kosten; verwechselt den Rückblick nicht mit dem Attributionsfenster. Quelle: Amazon zu New-to-Brand.
- Kosten je New-to-Brand-Bestellung
- Ausgaben der abgegrenzten Kampagne ÷ ihre zugeordneten New-to-Brand-Bestellungen. Dieser Wert bezieht sich auf Bestellungen und ist keine kanalübergreifende Kennzahl für die Kosten je eindeutig gewonnenem Neukunden. Künftige Wiederkäufe nur mit belastbaren Daten einbeziehen.
- Budgetverbrauch und Zeit ohne Budget
- Vergleicht die Ausgaben mit dem freigegebenen Rahmen und prüft, wann die Auslieferung durch Budget begrenzt ist. Ein früh ausgeschöpftes Budget ist nur dann ein Ausbauanlass, wenn Nachfrage, Ergebnisbeitrag und Bestand mitgehen.
- CPM und vCPM: Kosten je tausend Ausspielungen
- CPM = Ausgaben ÷ Impressionen × 1.000. Beim vCPM zählen die als sichtbar gewerteten Impressionen. Prüft je Display- oder Videoformat die Abrechnung und Sichtbarkeitsdefinition. Eine günstige Ausspielung belegt noch keine Kaufwirkung. Quelle: Amazon zu CPC-, CPM- und vCPM-Abrechnung.
- Reichweite, Frequenz und Video-Abschlussrate
- Wo verfügbar, zeigt Reichweite erreichte Personen beziehungsweise Nutzer, Frequenz die durchschnittlichen Kontakte je erreichtem Nutzer. Die Video-Abschlussrate setzt vollständig abgespielte Videos ins Verhältnis zur ausgewiesenen Startbasis. Prüft bei Wiederholung, ob zusätzliches Interesse entsteht oder dieselbe Zielgruppe nur häufiger erreicht wird. Quelle: Amazon zu Kennzahlen und Berechnungen.
Amazon erläutert die grundlegenden Sponsored-Products-Kennzahlen und Berichte. Die Handlungshinweise im Glossar sind unsere Einordnung. Nenner, Zeitraum und Datenstand müssen zu jeder Formel passen; bei einem Nenner von null ist die Quote nicht berechenbar.
Was ist bei Naturkosmetik und Beauty besonders wichtig?
Für ein Premiumprodukt muss der Auftritt erklären, warum es zur gesuchten Anwendung passt. Ein hoher Preis allein erklärt den Wert nicht. Prüft, ob Produktbilder, freigegebene Merkmale, Inhaltsstoffe und Anwendung dieselbe Kaufentscheidung unterstützen wie die Suchbegriffe in euren Kampagnen.
Ein Gesichtsöl, eine feste Handpflege und ein Nachfüller beantworten unterschiedliche Bedürfnisse. Ordnet Suchanfragen und Kosten deshalb den passenden Produkten zu. Vergleicht Kampagnen nicht ausschließlich über einen Durchschnitt für die ganze Marke.
Wie sich Produkteigenschaften und Marke auf der Detailseite verbinden lassen, zeigen unsere vollständigen Premium-A+-Beispiele für Naturkosmetik. Sie veranschaulichen die Darstellung; daraus lässt sich keine Werbe- oder Umsatzwirkung ableiten.
Checkliste: Ist eure Auswertung entscheidungsfähig?
Hakt ab, was ihr mit euren Berichten geprüft habt. Offene Punkte zeigen, welche Daten oder Abgrenzungen ihr vor der nächsten Budgetentscheidung ergänzen solltet.
Werbung, Produktseiten und Nachschub zusammen steuern.
sustainazn verbindet diese Aufgaben in der laufenden Amazon-Betreuung. Unsere Analyse- und Steuerungswerkzeuge samt Auswertungen sind im Honorar enthalten. Ihr braucht für unsere Betreuung keine separaten Abos dieser Tools.
Die Betreuung für Naturkosmetik und Beauty zeigt die Zusammenarbeit; die Kostenseite grenzt Honorar, Werbebudget und weitere Kosten ab. Im Erstgespräch klären wir euren Betreuungsbedarf. Eine belastbare Wirtschaftlichkeitsanalyse benötigt anschließend die passenden internen Berichte und Kostendaten.
Für einen ersten Blick auf eure öffentliche Produktdarstellung gibt es den kostenlosen Experten-Check. Er umfasst drei Befunde auf einer Seite. Eine Prüfung eurer internen Werbekosten oder Profitabilität ist darin nicht enthalten.